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Female Gaze – Bildgewaltige Impressionen junger Künstlerinnen in der Galerie Lehner

June 4, 2020

Die Ausstellung Female Gaze zeigt fünf zeitgenössische österreichische Künstlerinnen und deren weiblichen Blick auf das Zeitgeschehen. Julia Faber, Adele Razkövi, Ramona Schnekenburger, Deborah Sengl und Elena Steiner verarbeiten Themen wie Identität, Verschleierung und Rollenverteilung in überraschend intensiven Bildern. Die Ausstellung eröffnet am 4. Juni mit einer Preview in der Galerie Lehner und ist bis zum 3. Juli zu sehen.

Der Begriff „Female Gaze“ kommt ursprünglich aus dem Film und will eine bewusste Gegenposition zum männlichen Blick in der Kunst geben. Diese Ausstellung bezieht ihren Reiz aus der Gegenüberstellung von fünf zeitgenössischen, realistischen Positionen, die oft sehr subtil Stellung zu aktuellen Themen beziehen. Der Betrachter wird überrascht sein von der gewaltigen Kraft der Arbeiten und den äußerst unterschiedlichen künstlerischen Lösungen, die gewählt wurden.

Julia Faber bezieht Stellung zum Rollenbild der Frau, das in Zeiten von Corona wieder neu verhandelt wird. Adele Razkövi zeigt vor allem skulpturale Arbeiten. Der feminine Blick reicht von einem subtilen Aquarium namens „Collective Intelligence“ bis zu einem Fashion Victim mit dem Titel „Erdmännchen-Weibchen“. Dabei arbeitet Razkövi mit Drahtgeflecht und Knochen und schafft raumerfüllende Skulpturen und Installationen. Ramona Schnekenburger, die einen Ruf als hervorragende Zeichnerin genießt, zeigt einen Werkblock zur sexuellen Identität, der gleichzeitig zwischen Selbstbewusstsein und Subtilität changiert und dabei malerisch äußerst elegant gelöst ist. Deborah Sengl widmet sich dem Thema Verschleierung in gewohnt kräftigen Bildern und dem Eintauchen in die Parallelwelt der Tiere. Die Arbeiten von Elena Steiner entziehen sich einer raschen Interpretation: Ihre Motive personalisieren zwischenmenschliche und sexuelle Themen ohne leichte Interpretationen zu liefern. Die Doppelbödigkeit wird hier zum stetigen Begleiter.

humanoid

September 10, 2019

Im Rahmen der Gruppenausstellung humanoid zeigt die Galerie Lehner verschiedene Positionen der jungen, zeitgenössischen, figurativen Malerei in Österreich, die ihren Fokus auf den Menschen legt beziehungsweise auf das, was dem Menschen ähnlich ist – um den Titel wortwörtlich zu nehmen. Die Künstlerinnen und Künstler setzten sich mit Allegorien auf die Menschlichkeit und den menschlichen Körper auseinander, mit Charakteren und Physiognomien. Dabei verweisen sie auf die Menschlichkeit und ihre Position in der heutigen digitalen, konsumorientierten, technologisierten Gesellschaft und stellen dadurch Realität und Illusion gegenüber. Es werden Abbilder unserer selbst geschaffen und somit eine Brücke zu der alten Auseinandersetzung des Menschen als Abbild Gottes geschlagen.

Das Fenster zur Malerei

April 6, 2019

Das Fenster hat wohl noch nie die Ehre gehabt zum Thema einer Querschnittausstellung der Malerei der letzten hundert Jahre zu werden: Zweifelsohne zu Unrecht, wie diese Ausstellung beweisen wird. Fenster und Glas begleiten die
Malerei seit der Entstehung des Tafelbildes und das sowohl im wahrsten Sinne des Wortes als Malgrund und Medium als auch als malerische Herausforderung in Form der Spiegelung, Verzerrung aber auch der Abgrenzung von Interieur zur
Landschaft. Das Fenster in der Malerei ist oft die komprimierte Form des Lichts, des wichtigsten Stimmungsgebers fuer Kolorit und Tiefe. Interieurs brauchen das Fenster als effektvolle Lichtquelle und Horizonterweiterung einer nach innen gekehrten Welt. Je mehr das Fenster in den Mittelpunkt und Fokus kommt, desto eher geht es nicht mehr um das meist beengte Interieur, sondern um die erweiterte Landschaft. Das Fenster gibt nur mehr den Rahmen und Kontrast von Natur zum Kulturraum des Menschen. So wie sich das Fenster aendert, so aendert sich auch die zeitgenoessische Rezeption und Interpretation der Glasflaeche in der Fassade. Glasflaechen und Fenster dienen je nach malerischer Ausgestaltung zur Reflektion des Umfelds, aber auch der eigenen Person und Persoenlichkeit, zur Rhythmisierung und Animierung der Malerei oder auch zur supernaturalistischen Uebersteigerung. Die Herausforderung dieser Kompilation zum Thema ist es, das Fenster per se wieder in den Hintergrund zur ruecken und so das Fenster zur Malerei zu oeffnen.

Wien

November 9, 2018

Wasserscheu duerfte die Elke Schoenberger jedenfalls nicht sein. Sonst waere auf ihren Bildern doch wohl nicht so viel von dem nassen Zeug drauf, oder? Es handelt sich nicht um Aquarelle, nein. Die Technik ist Oel auf Leinwand. Die Gemaelde wuerden also vermutlich nicht untergehen, wenn die sehr feuchten Phantasien, die auf ihnen dargestellt sind, tatsaechlich wahr wuerden. Oel schwimmt nun einmal auf Wasser. Und Holz sowieso. Aus dem der Keilrahmen besteht.

Wien ist bekanntlich gleich drei Sachen auf einmal: Stadt, Land, Fluss. Und Letzterer will hier partout nicht im Bett bleiben, das man ihm gemacht hat. Die Wien erinnert sich ploetzlich daran, dass sie eigentlich ein Wildwasser ist. Geht mit der U4 schwimmen. “Kagrantis”: He, wie Atlantis. Nur halt ohne Atlantik. Dafuer mit der Donau. In der ist offenbar Kagran abgesoffen. Na ja, nicht ganz Kagran. Die Donaucity. Okay, das ist bloss eine pittoreske Spiegelung im Wasser, ueber die zwei Schwaene beschaulich gleiten. Apropos wilde Tiere. Zebrastreifen haben ja schon frueher die Fahrbahn ueberquert. Allerdings keine mit Hufen unten dran. Klimawandel? Oder aus dem Zoo ausgebrochen? Die Wildnis zieht in die Stadt.

Die Menschen sind aber trotzdem nicht ausgestorben. Sie warten noch immer auf die U-Bahn. Auf einem einsamen Felsen in der Brandung. Jahreskartenbesitzer? “Wiener Linien” heisst die Ausstellung uebrigens (Galerie Lehner). Originell: eine Muellverbrennungsanlage als Baukran zu verkleiden. (Ach, ist ihre bisherige Tarnung als lustige bunte Kirche aufgeflogen?) Wie nennt man das ueberhaupt? Fotosurrealismus? Extrem sinnlich (und wirklich) schildert Schoenberger Licht, Schatten, Reflexionen. Eine Sonnen- und Weltuntergangsromantikerin?

Schwarzmalerin ist das zumindest keine. Na gut, die Grundierung ist meist schwarz. Und eine ziemlich duestere Arbeit hat sogar den Titel “Schwarz”. (Sonnenfinsternis ueber dem Mumok, dem Kunstbunker.) Doch ansonsten: die allerschoensten Farben. Ausserdem geht Wien nicht unter. Nicht zu Fuss. Man wartet, wie gesagt, lieber auf die U-Bahn.

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