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Vilma Eckl

1892 geboren in Enns

Später besuchte sie in ihrer späteren langjährigen Heimatstadt Linz die privaten Malschulen von Berta von Tarnoczy, Rosa Scherer und Tina Kofler. Prägend für ihre künstlerische Entwicklung wurde aber neben dem Einfluss, den der deutsche
Expressionismus – insbesondere die Münchner Gruppe „Der blaue Reiter“ – auf sie ausgeübt hatte, vor allem die Linzer Malschule von Matthias May.

1982 verstarb die Künstlerin in Linz.

Nach ihrem Tode hat die Galerie Lehner die Betreuung des künstlerischen Nachlasses übernommen und ist seither mit nahezu zwanzig Einzelausstellungen in Wien, Linz, Lambach, Enns, Salzburg, und Innsbruck sowie mehreren Präsentationen auf diversen Kunst- und Antiquitätenmessen an die Öffentlichkeit getreten.
Nach der umfassenden Ausstellung des Oberösterreichischen Landesmuseum anlässlich des 100. Geburtstag der Künstlerin im Jahre 1992 aus öffentlichen und privaten Sammlungsbeständen zeigt die Galerie Lehner immer wieder einen repräsentativen
Werkquerschnitt aus allen Schaffensperioden, der praktisch alle für die Künstlerin typischen Bildthemen in einer freien Auswahl von Kohle- und Farbzeichnungen exemplarisch sichtbar macht.


Am Anfang ihrer künstlerischen Entwicklung stand das Aquarell im Vordergrund, später wandte sie sich der Ölmalerei zu, um schließlich in den Kohle- und Farbkreidearbeiten das adäquate Medium ihres künstlerischen Ausdrucks zu entdecken, wohl nicht zuletzt deshalb, weil diese Technik der Unmittelbarkeit ihrer künstlerischen Intention, dem spontanen gestischen Ausdruck und dem Arbeiten vor der Natur, insbesondere beim bewegten Objekt, am ehesten entsprach.

Der thematische Rahmen reicht von Stillleben und Blumen über die eher seltene Darstellung von Landschaft zu Pferden und Zirkus und fährt schließlich zur Darstellung des menschlichen Ausdrucks in seinen vielfältigsten Erscheinungsformen. Themen wie „Mutter und Kind“, „Andacht“ usw., stehen hierfür als Beispiel.

Eine besondere Rolle in ihrem Schaffen nimmt die Darstellung der Arbeitswelt - im besonderen der bäuerlichen Arbeit in ihrem jahreszeitlichen Zyklus ein. Der Darstellung der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge lag neben dem Interesse am malerischen Erscheinungsbild der Trachten, die diese bei
diversen Festlichkeiten trugen (Hochzeiten, Konfirmation usw.) vor allem ihre menschliche Anteilnahme zugrunde, weshalb bisweilen auch Vergleiche mit dem Werk von Käthe Kollwitz angestellt wurden, mit der sie gemeinsam in einer Ausstellung in der Neuen Galerie der Stadt Linz 1947 vertreten war.

Ihre unvergleichliche künstlerische Begabung und ihr wesentlichster Beitrag zur Kunstgeschichte zeigt sich in Ihrem Umgang mit Bewegung sowohl bei den Darstellungen des Tanzes als auch bei den zahlreichen Schilderungen der bäuerlichen Arbeitswelt. Die Dynamik erzeugt dabei sowohl ein spannungsgeladener Farbrhythmus als auch ein Strich der jeweils die nächste Bewegung vorwegzunehmen scheint.

Das umfangreiche Werk Vilma Eckls umfasst einen Zeitraum von mehr als siebzig Jahren und wurde neben zwei Buchpublikationen (Bruno Grimschitz: „Vilma Eckl“, Verlag Galerie Welz, Salzburg 1955, und Erich Widder: „Vilma Eckl - Wesen und Werk“, Oberösterreichischer Landesverlag 1965) in einer Vielzahl von Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland gewürdigt. Als deren wichtigste zu Lebzeiten der Künstlerin wären die Wanderausstellung der „Albertina“ in der Schweiz und die Weltausstellung in Paris 1937, die österreichische Ausstellung in London und die XXV. Biennale in Venedig 1950 hervorzuheben.

An Ehrungen und Auszeichnungen sei vor allem der Kulturpreis des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz 1946, der Ehrenring der Stadt Linz 1962 und der Adalbert-Stifter-Preis des Landes Oberösterreich 1961 genannt. Am 10. Juni 1982 verstarb die Künstlerin kurz vor Vollendung ihres 90. Lebensjahres in Linz.

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