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Wolfgang Glechner

Geboren 1951 bei Braunau am Inn. Autodidakt.
Seit 1998 (nach eigener entwickelter "Trennfarbtheorie") kräftig farbige Gemälde in Öl und Acryl. Vorher viele Jahre hauptsächlich als Zeichner schwarzweiss arbeitend v. a. Federzeichnungen und Radierungen, die zu Beginn von seinen Lehrern A. Paul Weber (Hamburg) und Helmut Huber (Salzburg) beeinflusst waren. Später entstehen auch Kurz-Trickfilme für TV und Internet.
Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, bildnerische Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen,
private und öffentliche Aufträge, Stadt Wien, Justizministerium, Galerie Wolfrum, Mautner-Markhofsches Kinderspital, Galerie Art House Bregenz, Galerie Wolfrum, Galerie Lehner, Mel contemporary (Wien).
Der Künstler lebt und arbeitet in Wien.


Zitate zu Wolfgang Glechner:

"Als Betrachter entdeckt man erst nach Überwindung des ersten Farbschocks, dass diese Flächen und Linien sich gegenseitig in einer lebendigen, tanzenden Balance halten - vergleichbar dem rhythmischen, dynamischen Zusammenklang greller Einzeltöne beim Jazz." (Standard)

"... neue Arbeitsmethoden entdeckt. Seine Arbeit verdient ein Etikett, das lange schon vermieden wird: das der Originalität" (Die Bunte Zeitung)

"Arbeiten, deren farbliche Intensität kaum noch steigerbar scheint. Der "Knallfarbendompteur" Wolfgang Glechner bannt seine Lebenswelt in schockbunte, psychedelisch bis mitunter kindlich wirkende Gemälde." (APA)

"Idylle und kritischer Humor liegen bei W.G. oft nahe beieinander ..." (Dieter Schrage)

Wolfgang Glechner
Der Knallfarbendompteur


Wer das grafische Werk von Wolfgang Glechner kennt, wird es nicht für möglich halten, dass die maximal bunten Arbeiten auf Leinwand vom selben Künstler stammen. Als Zeichner und Radierer lässt Glechner kein Detail aus und entzieht sich nicht einem gewissen Hang zur Romantik, in seinen malerischen Arbeiten ist allerdings der Kontrast Programm, der Strich großzügig und der Effekt plakativ, im besten Sinne des Wortes. Was sich scheinbar jeder Theorie und Strömung entzieht, basiert tatsächlich auf einer theoretischen Überlegung, wie Farben so gesetzt werden können, dass sie zueinander den größtmöglichen Kontrast haben. Die Theorie dazu hat der Maler praktischerweise gleich selbst verfasst und so den Sprung vom Schwarz-Weiß zum großen Buntformat geschafft.

Wolfgang Glechner bezeichnet sich selbst gern als „Innviertler in Wien“ und verarbeitet malerisch wie literarisch dabei eine betont bodenständige Sichtweise der urbanen Lebenswelten. Es ist nicht die Anonymität der Großstadt, die Glechner reizt, ihn interessieren vielmehr die Geschichten und Charaktere ihrer Protagonisten - Protagonisten, die eher nicht in der ersten Reihe stehen. Charmante Szenen im Eisgeschäft oder beim Tiercoiffeur, überforderte Kellner bei der Schlacht am Buffet oder die netten Damen bei der geschäftigen Kaltakquise, getaucht in Farben, die selbst Street-Art-Sprayer blass erscheinen lassen. Seine jüngsten Arbeiten, in denen markante Gesichter aus am Gürtel vorfahrenden Autos schauen, zitieren nicht von ungefähr thematisch die Neue Sachlichkeit aus dem Berlin der 20er Jahre.

Der Mikrokosmus des Wiener Gürtels hat es Glechner ganz besonders angetan. Wie kaum ein anderer Zeitgenosse schafft er es, die Grätzelstimmung auf Leinwand zu bannen. Er fasst den pulsierenden Außenring immer wieder zu einer kompakten Welt zusammen, in der die Kreativität und Farbigkeit den Sieg über die Vorstadtristesse davonträgt, die Glechner vollkommen fremd. Bei Glechner stehen am Gürtel Autos, Menschen und Tiere auf einer Ebene. Tiere sind auch der Ansatzpunkt für die Flucht aus der Urbanität. Glechner hält an der Stadtgrenze in Schönbrunn das Tänzeln der dicken Elefantenhintern fest, das von der flimmernden Farbigkeit noch verstärkt wird.

Noch bevor Glechner zu schreiben begonnen hat, hat er schon Geschichten erzählt – mit Mitteln der Malerei. Der allzu reale Alltag bekommt dabei einen grellen Anstrich und lädt so ein in ein Paralleluniversum, in dem am Ende eine augenzwinkernde Pointe steht.

Wolfgang Glechner, Bücher

Der schwer erziehbare Kleiderkasten des Dr. Freud
Erzählungen, Verlag Bibliothek der Provinz.
Der Fleischprogrammierer, Neue Geschichten vom Innviertler in Wien, Verlag Edition Sonnberg.
Jetzt schlagt’s Dreizehn - als Provinzler in der Großstadt
- fünf Geschichten im Dialekt, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra, 2009.

Publikationen

Galerie Lehner (Hrsg.), Wolfgang Glechner. Der Knallfarbendompteur, Wien, 2012.


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